Corona Haikus

Im März 2020, während des Anstiegs der ersten COVID-19 Welle und damit in einer Zeit globaler Verunsicherung initiierten Sandra Gaudenzi und Sandra Tabares-Duque ein vielschichtiges, co-kreatives Projekt, das verschiedene Elemente von Partizipation und Interaktion, Ko-Kreation und Kollaboration, visual poetry und dokumentarischen Praktiken im Digitalen in sich vereint. Das Corona Haikus Project versucht dabei im Sinne einer im/mediate response einen künstlerischen Raum im Digitalen zu öffnen, der sowohl der eigenen Reflektion der Beitragenden als auch dem Austausch dient sowie der Dokumentation der verschiedenen Lebenssituationen und Erfahrungen in Zeiten des social distancing während der Pandemie. Der Austausch wird überwiegend über visuelle Haikus angestoßen – eine Form der visuellen Kommunikation und der Kürzesterzählung in drei aufeinander bezugnehmenden Bildern und einem begleitenden Text sowie Metadaten zur Entstehung.

Im Call for Participation, den meine Kolleginnen Sandra Gaudenzi und Sandra Tabares Duque als Hauptinitiatorinnen am 3.3.2020 gepostet haben, heißt es daher auch:
„The Corona Haikus is a collaborative project. It is about documenting together our experiences of the Corona lockdowns, feel connected, inspired and, hopefully, learn something valuable from it.“

Gestartet wurde das Projekt als Facebook documentary. Um das Material auch langfristig zugänglich zu machen und es kurativ aufzuarbeiten, ergänzt das überwiegend auf Austausch ausgerichtete Facebook-Teilprojekt eine kuratierte web documentary, die weitere Navigationsmöglichkeiten bietet und so eine umfassendere Erschließung dieses ko-kreativen visuellen Archivs in pandemischen Zeiten darstellt. Corona Haikus stellt damit einen Brückenschlag zwischen künstlerischer Intervention, open science Initiative und database documentary dar sowie ein Experiment, wie in kürzester Zeit ohne großes Budget international agiles co-kreatives Projektmanagement ausgestaltet werden kann.

DiD engagierte sich sowohl bei dem Aufbau des Projektes als auch bei der wissenschaftlich-reflektierende Begleitung aller Phasen (und natürlich posteten wir von Anfang an auch regelmäßig selbst im Sinne autoethnographischer Forschung und sind nach wie vor Teil der sich weiterentwickelnden Community).

Publikationen, die in diesem Kontext entstanden sind:

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